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Schwetzingen, Ketsch, Hockenheim, Brühl, Oftersheim und Umgebung: Wie steht es um den Rettungsdienst in Ketsch und Umgebung?

Veröffentlicht am 08.01.2017

Vermehrt wurde in den letzten Wochen über den Rettungsdienst im Rhein-Neckar-Kreis und den kreisfreien Städten Mannheim und Heidelberg berichtet. Gegenstand waren verspätete Eintreffzeiten nach einem Notruf und Notärzte, die z.B. von Schwetzingen nach Mannheim fahren müssen. Die Aufregung in diesem Zusammenhang war groß. Die Sozialliberale Fraktion Rhein-Neckar  hat zum Anlass genommen, mal nachzufragen, nämlich wie es um den Rettungsdienst in Ketsch und Umgebung bestellt ist. Aus dem Ketscher Rathaus und dem Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis konnte man nichts erfahren. Dem Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis sind zum Beispiel die Zahlen gar nicht bekannt, was doch verwundert.

Link zu einigen Presseberichten aus Schwetzinger Zeitung und Rhein-Neckar-Zeitung:

- Artikel Schwetzinger Zeitung

- Leserbrief Schwetzinger Zeitung

- Artikel Rhein-Neckar-Zeitung

 

Mit Schreiben vom 07.10.2016 hat die Sozialliberale Fraktion Rhein-Neckar folgenden Fragenkatalog an den zuständigen Bereichsausschuss Rettungsdienst übermittelt:

1: Anzahl der Einsätze Rettungswache Hockenheim und Notarzt im Jahr 2014 und/oder 2015?

2: Prozentsatz Einhaltung der Hilfsfrist durch die Rettungswache Hockenheim?

3: Prozentsatz Einhaltung der Hilfsfrist durch den Notarzt Schwetzingen (am Kreiskrankenhaus)?

4: Wie oft musste der Notarzt Schwetzingen im Jahr 2014 und/oder 2015 zu EInsätzen nach Mannheim oder Heidelberg ausrücken?

5: Anzahl der stationierten Rettungswagen in Hockenheim? Zudem, wie erfolgt die Besetzung? (z.B. gibt es Unterschiede zwischen Tag und Nacht)

6: Gibt es Zahlen zu Ketsch? (z.B. Anzahl Rettungseinsätze, Einhaltung Hilfsfrist etc.)

7: Für welche Gemeinden/Städte ist der Notarzt (Schwetzingen) zuständig?

 

Mit Schreiben vom 17.10.2016 wurde unser Fragenkatalog vom stellv. Rettungsdienstleiter mit folgenden Ausführungen und Zahlen beantwortet:

Antwort zur Frage 1: Anzahl der Einsätze Rettungswache Hockenheim und Notarzt im Jahr 2014 und/oder 2015?

Seit dem 01.01.2015 wurde im Rettungsdienstbereich Rhein-Neckar das sogenannte Mehrzweckfahrsystem eingeführt. Dadurch wurde die Notfallrettung und Krankentransport in getrennte Systeme überführt.

Die Einsatzzahlen im getrennten System für das Jahr 2015 sind wie folgt:

Krankentransport: 4538 Einsätze

Rettungsdienst: 8339 Einsätze

Notarzt: 2714 Einsätze (Standort Schwetzingen)

Die Einsatzzahlen beinhalten nicht die Einsätze die durch andere Rettungsmittel in den Versorgungsbereichen der Rettungswache und des Notarztstandortes Schwetzingen erbracht wurden.

 

Antwort zu Frage 2: Prozentsatz Einhaltung der Hilfsfrist durch die Rettungswache Hockenheim?

Die Hilfsfrist wird gemäß den Vorgaben, nach dem auch die Stelle für trägerübergreifende Qualitätssicherung Baden-Württemberg die jährlichen Abfragen tätigt, über den gesamten Rettungsdienstbereich Rhein-Neckar ermittelt.

Hilfsfrist Rettungswagen (RDB Rhein-Neckar 2015): 92.95 Prozent

Hilfsfrist Rettungswegen (RDB RHien-Neckar 1-9/ 2016) 94.58 Prozent

 

Antwort zu Frage 3: Prozentsatz Einhaltung der Hilfsfrist durch den Notarzt Schwetzingen (am Kreiskrankenhaus)?

Auch im Bereich der notärztlichen Hilfsfrist ist diese über den gesamten Rettungsdienstbereich zu ermitteln.

Hilfsfrist Notartzeinsatzfahrzeug (RDB Rhein-Neckar 2015) 91.66 Prozent

Hilfsfrist Notarzteinsatzfahrzeug (RDB Rhein-Neckar 1-9/ 2016) 93.98 Prozent

 

Antwort zu Frage 4: Wie oft musste der Notarzt Schwetzingen im Jahr 2014 und/oder 2015 zu EInsätzen nach Mannheim oder Heidelberg ausrücken?

Gemäß den Dispositionsgrundsätzen ist das nächst geeignete Rettngsmittel zu verwenden. Es wird also in jedem Fall, unabhängig von den Versorgungsbereichen das Einsatzmittel gewählt, das den Notfallort am schnellsten erreichen kann. Hierzu wurde ein Flottenmanagementsystem eingeführt, welches den Disponenten das nächstgelegene Rettungsmittel vorschläg.

 

Antwort zu Frage 5: Anzahl der stationierten Rettungswagen in Hockenheim? Zudem, wie erfolgt die Besetzung? (z.B. gibt es Unterschiede zwischen Tag und Nacht)

Am Rettungswachenstandort Rettungswache Talhaus (Hockenheim) werden zwei Rettungswagen im 24-Std. Betrieb vorgehalten. Die Besetzung erfolgt nachdem Rettungsdienstgesetz Baden-Württemberg. Unterschiede zwischen Tag- und Nachtbetrieb gibt es keine.

 

Antwort zu Frage 6: Gibt es Zahlen zu Ketsch? (z.B. Anzahl Rettungseinsätze, Einhaltung Hilfsfrist etc.)

Die Hilfsfrist ist nach dem Rettungsdienstgesetz über den gesamten Rettungsdienstbereich zu ermitteln, vgl. Fragen 2 und 4.In Ketsch selbst wurden im Jahr 2015 insgesamt 998 Einsätze mit Rettungswagen und 339 Einsätze durch das Notarzteinsatzfahrzeug durchgeführt.

 

Antwort zu Frage 7: Für welche Gemeinden/Städte ist der Notarzt (Schwetzingen) zuständig?

Der Versorgungsberiech des Notarztstandortes Schwetzingen umfasst folgende Städte und Gemeinden:

- Altlußheim

- Bachmayer-Hof

- Brühl und Brühl-Rohrhof

- Hockenheim

- Ketsch

- Lußhof

- Neulußheim

- Oftersheim und Oftersheim-Hardwaldsiedlung

- Plankstadt

- Reilingen

- Schwetzingen und Schwetzingen-Hirschacker

Auch hier verweisen wird auf die Dispositionsgrundsätze, dass das nächst geeignete freie Rettungsmittel zur Einsatzstelle zu entsenden ist.

 

Fazit:

Die Bürgerinnen und Bürger in Ketsch und Umgebung brauchen sich hinsichtlich eventuellen Mängeln beim Rettungsdienst keine Sorgen zu machen. Wie man anhand vom Zahlenmaterial erkennen kann, hat sich die Hilfsfrist verbessert. Sicherlich wird man sehen müssen, ob es weitere Verbesserungen bei der Hilfsfrist gibt. Aus diesem Grund wird die Sozialliberale Fraktion Rhein-Neckar zeitnah die Daten für 2016 anfordern und dann vergleichen. Ebenso werden wir die  Zahlen zu den ländlichen Gemeinden im Rhein-Neckar anfordern, gerade im Hinblick auf eventuelle Abweichungen. Die Sozialliberale Fraktion Rhein-Neckar bleibt am Ball.....